Im Sommer 1987 kam ein junger dunkelhäutiger Mann in die Niederlassung von Munich Re in Harare, Simbabwe, um sich zu bewerben. Der Name des damals 30-Jährigen: John „Junior“ Ngulube.
In einer Gesellschaft, in welcher die Apartheidpolitik herrschte, gab es nur sehr wenige Unternehmen mit Mitarbeitern unterschiedlicher Hautfarbe. Ngulube erinnert sich: „Bei der Stellensuche war mir wichtig, eine interessante Tätigkeit in einem guten Unternehmen zu finden – aber wo gab es das in einem Land, das von Rassenschranken geprägt war?“ Munich Re war dieses Unternehmen − und eine große Ausnahme. „Munich Re war für mich attraktiv, weil man eine zukunftsweisende Beschäftigungspolitik betrieb. Schon damals arbeiteten dort Führungskräfte und Mitarbeiter unterschiedlichster Herkunft und Hautfarbe“, so Ngulube, den man vom Fleck weg engagierte.
Vom Agrarexperten zum CEO von Munich Re of Africa
Als Ngulube bei Munich Re anfing, war sein Weg keineswegs vorgezeichnet. Die Niederlassung Harare hatte einen Agrarwissenschaftler gesucht, und so war er zunächst in dem Fachgebiet tätig, in dem er an der Universität Simbabwe seinen akademischen Abschluss erworben hatte. Er befasste sich mit Ernteversicherung – und hegte insgeheim den Wunsch, doch noch im Bereich Landwirtschaft zu arbeiten. Sein erfolgreicher Einstieg bei Munich Re bewog ihn jedoch schließlich umzudenken. Ngulube: „Es liegt in der Natur unseres Geschäfts, dass Ereignisse plötzlich und unerwartet eintreten – so kam ich eher zufällig zur Versicherungsbranche.“