Vermutlich war es ein einfacher Zimmerbrand, der im Februar 2010 zum vollständigen Abbrennen eines Einfamilienhauses in Schwerinsdorf in Deutschland führte. Das Feuer breitete sich über den Dachstuhl aus und zerstörte das gesamte Gebäude. Obwohl sechs Fahrzeuge der Ortsfeuerwehren mit insgesamt 70 Einsatzkräften sofort zur Stelle waren, konnte das Haus nicht gerettet werden.
Der Grund: Eine auf dem Dach installierte Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) verhinderte das sofortige Löschen. Die Feuerwehr setzte erst Löschwasser ein, als sicher war, dass von der PV-Anlage keine Gefahr mehr ausging. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Flammen jedoch bereits einen Großteil des Dachstuhls zerstört.
Warum zögerte die Feuerwehr so lange und ließ das Haus kontrolliert abbrennen, anstatt möglichst schnell einen vermutlich kleinen Brandherd zu bekämpfen? Die Einsatzkräfte müssen beim Löschen von Gebäuden mit Solartechnik besondere Vorsicht walten lassen: Denn Solarmodule lassen sich nicht einfach abschalten. PV-Anlagen, wie in diesem Beispiel, können Gleichspannungen von bis zu 1.000 Volt produzieren. Für Menschen sind derart hohe Spannungen lebensgefährlich. Da Wasser – also auch Löschwasser – elektrischen Strom leiten kann, wären die Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung akut durch Stromschläge bedroht gewesen.