Musterunternehmen unter Solvency II
Solvency II verpflichtet Unternehmen zu einer risikoadäquaten Sicht auf das Gesamtunternehmen. Beispielhafte Berechnungen der Standardformel und eines partiellen internen Modells anhand einer Mustergesellschaft zeigen, dass die Rückversicherung weiter das ein einfaches und flexibles Mittel zur ökonomischen Steuerung bleibt.
Die Reform der Europäischen Union zu einer Modernisierung der Solvabilitätsanforderungen in der Versicherungswirtschaft bedeutet für alle Versicherungsunternehmen eine große Herausforderung: Die Standardansätze zur Bestimmung der Solvabilität sollen zu einer risikoadäquaten Sicht auf die Gesamtsituation des Unternehmens führen, und alle Risikotreiber sollen in den Berechnungen berücksichtigt werden. Doch was bedeutet das nun für unsere Kunden in der Praxis? Mit welchen Maßnahmen lässt sich das erforderliche Risikokapital mindern?
Anhand der Bilanz eines Musterunternehmens berechneten die Solvency II-Experten von Munich Re mit exemplarischen Zahlen das erforderliche Risikokapital bei Einsatz von Rückversicherung. Die Berechnungen basieren auf der letzten Feldstudie (QIS5) und wurden jeweils mit der Standardformel und unter Annahme eines partiellen internen Modells durchgeführt. Anhand von vier unterschiedlichen Rückversicherungsprogammen wurde die Auswirkung der Rückversicherung auf das Netto-Solvenzkapital untersucht.
Einsatz von Rückversicherungsprogrammen erhöht Solvenzquote unter QIS5
Das Ergebnis der Berechnungen von Munich Re: Mit dem Einsatz der Rückversicherungsprogramme steigt die Solvenzquote der Mustergesellschaft unter QIS5 substanziell, in diesem Beispiel auf bis zu 227 Prozent an. Alle detaillierten Portfoliodaten sind im von Munich Re initiierten und gesponserten Solvency-II-Portal PillarOne (www.pillarone.org) öffentlich zugänglich.
Bei aller Komplexität bringt Solvency II den Unternehmen letztendlich eine – bisher verschlossene – transparente, ganzheitliche Sicht auf ihre Risikosituation. Mit dem Praxisbeispiel schafft Munich Re Transparenz und liefert eine essenzielle Wissensgrundlage für Unternehmen, um eine systematische Strategie zu finden und Maßnahmen zu planen. Daraus entstehen Rückversicherungsprogramme, die noch individueller und gesamtheitlicher als bisher auf deren jeweilige Bedürfnisse abgestimmt sind.
Weitere Hintergrundinformationen zur Mustergesellschaft, dem Vorgehen sowie die konkreten Zahlen haben wir Ihnen in unserer Knowledge Series ‘Wirkung von Rückversicherung auf das Risikokapital‘ zusammengestelllt.
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