Zugang zu Finanz-
lösungen

Versicherung weiterdenken

Kooperationen für neue Chancen der Entwicklungs- und Schwellenländer

Millionen von Menschen fehlt es insbesondere in Entwicklungsländern an ausreichendem Versicherungsschutz und an finanzieller Vorsorge. Gleichzeitig werden gerade diese Länder oft von Naturkatastrophen heimgesucht. Im Rahmen von » Public Private Partnerships leistet Munich Re sowohl im Erst- als auch im Rückversicherungsgeschäft einen Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung von innovativen Versicherungslösungen für den von diesen Risiken betroffenen Personenkreis und erschließt zugleich neue Märkte und Geschäftsfelder.

Entwicklungs- und Schwellenländer sind besonders häufig von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben und Wirbelstürmen betroffen. Jüngste Beispiele aus dem Jahr 2010 sind etwa das Erdbeben in Haiti und die Überschwemmung in Pakistan. Zugleich verfügen in den 100 ärmsten Ländern der Welt nur etwa drei Prozent der Bevölkerung über einen Versicherungsschutz, welcher die materiellen Schäden in solchen Fällen tragen würde und damit eine stabile wirtschaftliche Existenz garantiert. In Bangladesch, Laos, Angola oder Äthiopien hat nicht einmal ein Prozent der Menschen Zugang zu Versicherungen.

Wachstumsmarkt der Schwellenländer nutzen

Derartige Versicherungsprodukte sind damit auch ein Wachstumsmarkt für die Assekuranz. Munich Re reagiert auf den Bedarf nach Absicherung von Katastrophenschäden sowohl in der Rückversicherung als auch in den Geschäftsfeldern Erstversicherung und Munich Health mit Versicherungslösungen, die spezifisch auf Risiken und die wirtschaftliche Situation in diesen Regionen zugeschnitten sind.

Public Private Partnerships ebnen den Weg

Munich Re arbeitet mit regionalen Experten sowie global agierenden Partnern an neuen Lösungen. In sektorübergreifenden Kooperationen, sogenannten Public Private Partnerships, sind staatliche Institutionen ebenso beteiligt wie Genossenschaften, NGOs oder privatwirtschaftliche Unternehmen. Nur gemeinsam ist es möglich, in Entwicklungs- und Schwellenländern neben den erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen auch ausreichend Risikokapital, optimale Vertriebswege und öffentliche Fördergelder sicherzustellen ‒ und vor allem passende Produkte zu gewährleisten.

Dr. Torsten Jeworrek

„Wir wollen von unseren Kunden als „die erste Adresse“ wahrgenommen werden. Dazu gehören neben Erstversicherern, Brokern und Industriekunden auch Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. [...] Ein Stichwort ist hier Public Private Partnership.“

Dr. Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands und Vorsitzender des Rückversicherungsausschusses

Risikotransferlösungen im Mikrobereich

Eine vielversprechende Produktlösung zur größeren Verbreitung von Versicherungsschutz sind Mikroversicherungen. Mit ihnen können auch einkommensschwache Bevölkerungsteile finanziell vorsorgen und sich gegen Risiken wie etwa wetterbedingte Schäden absichern. Zugleich sind diese Kleinstversicherungen eine Antwort auf den Appell der G-20-Staaten, die auf ihrem Gipfel in Toronto 2010 einen verbesserten Zugang zu Finanzdienstleistungen für Menschen mit geringen Einkommen forderten.

Münchener Rück Stiftung fördert Dialog zur Mikroversicherung

Munich Re engagiert sich darüber hinaus durch die Münchener Rück Stiftung im Mikrofinanzwesen. Gemeinsam mit dem globalen Mikroversicherungsnetzwerk lädt die Stiftung alljährlich zur Internationalen Mikroversicherungskonferenz ein. 520 Teilnehmer aus 50 Ländern trafen sich zum Beispiel vom 9. bis 11. November 2010 in Manila, Philippinen, um sich über die neuesten Entwicklungen in diesem Themenfeld auszutauschen, insbesondere aber um das Wissen über Prinzipien und Möglichkeiten der Risikoabsicherung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen zu fördern („capacity building“). Experten erhalten dort ein internationales Forum, um auf der Grundlage von Erfahrungen und Konzepten zu diskutieren, wie bestehende Hürden in diesem Segment überwunden werden können.