Wüstenstrom – eine Vision nimmt Form an
Gemeinsam mit der DESERTEC Foundation und mehr als 50 internationalen Partnern arbeitet Munich Re erfolgreich in der Industrieinitiative Dii. Deren Ziel ist es, mit Solar- und Windkraftwerken in Südeuropa und Nordafrika Strom aus erneuerbaren Energien sowohl für den regionalen Verbrauch in den Erzeugerländern zu produzieren, gleichzeitig aber auch damit einen Teil des europäischen Strombedarfs CO2-frei abzudecken.
Munich Re beteiligt sich als Initiator der Industrieinitiative Dii an einem der zielstrebigsten Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien weltweit. Rund 50 Institutionen und Unternehmen arbeiten gemeinsam mit der DESERTEC Foundation zurzeit daran, eine große Vision umzusetzen, die bereits auf eine Idee des amerikanischen Unternehmers Frank Shuman aus dem Jahr 1913 zurückgeht: die Energieversorgung für weite Teile Europas, des Mittleren Ostens und Nordafrikas mit erneuerbaren Energien aus Solarkraftwerken in der Sahara. Ziel der Allianz ist es, bis 2050 einen wesentlichen Anteil der erzeugten Energie in den Erzeugerländern zu belassen und gleichzeitig rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs zu decken.
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Sonnenkraft aus der Wüste
Strom soll mit geringen Übertragungsverlusten über ein Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetz (HGÜ) nach Europa transportiert werden.
(Quelle: http://www.dii-eumena.com/)
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Klimaschutzziele unterstützen und Entwicklungschancen erhöhen
Das Projekt kann sich auf Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft gleichermaßen positiv auswirken. Zum einen leistet es einen Beitrag zur Energiesicherheit in Europa, im Mittleren Osten und in Nordafrika ( » EUMENA). Zum anderen können erhebliche Investitionen die Wachstums- und Entwicklungschancen der Stromerzeugerländer im Mittleren Osten und in Nordafrika ( » MENA) unterstützen. Erste Referenzprojekte sind in Marokko geplant, von wo aus bereits eine Netzverbindung nach Spanien besteht. Die marokkanische Regierung hat im Sommer 2010 für den Standort Quarzazate über ihre Solaragentur MASEN (Moroccan Agency for Solar Energy) die ersten Anlagen mit einer Stromerzeugungskapazität von mehreren 100 Megawatt ausgeschrieben. Schon in wenigen Jahren könnte der erste Strom ins marokkanische und spanische Netz eingespeist werden.
„Wir müssen bei den Herausforderungen der Energieversorgung und des Klimaschutzes verstärkt Lösungsansätze entwickeln, die langfristig die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung abdecken, ohne in Konflikte wie Ressourcenknappheit und Unverträglichkeit mit Umweltschutzzielen zu geraten.“
Ernst Rauch, Leiter des Dii-Gründungsprojekts bei Munich Re
Lebensbedingungen verbessern, das Kerngeschäft sichern
Ein Teil der vor Ort erzeugten Energie aus regenerativen Primärenergieträgern (Sonne/Wind) könnte längerfristig beispielsweise zusätzlich für Meerwasser-Entsalzungsanlagen genutzt werden. Das Projekt kann damit auch die Trinkwasserversorgung der Region deutlich verbessern.
Unsere Beteiligung an dieser » Public Private Partnership, in der sich neben anderen auch die Fraunhofer-Gesellschaft und die Max-Planck-Gesellschaft sowie Staatsunternehmen der entsprechenden Länder engagieren, ist ein gutes Beispiel für unsere Strategie, mit Knowhow und Lösungskompetenz die Zukunft versicherbar zu machen. Gleichzeitig gewährleisten wir damit auch, dass unser Geschäft langfristig gewinnbringend bleibt.
Neue Geschäftsfelder erschließen, Investitionsmöglichkeiten nutzen
Für wegweisende Technologien bei erneuerbaren Energien sind neuartige Deckungskonzepte gefragt, die Risiken für Entwickler und Hersteller sowie für Kapitalgeber gleichermaßen verringern. Ob Wasser-, Wind- oder Solarenergie: Wir haben die Entwicklungen im Blick und können passende Risikotransferlösungen anbieten. Als einer der größten Kapitalanleger weltweit streben wir im Rahmen eines diversifizierten Portfolios auch verstärkt Direktinvestitionen in erneuerbare Energien an. Im Rahmen der Initiative nutzen wir mit unserer Beteiligung an der Dii GmbH die Möglichkeit, als strategischer Investor den Wandel zu einer klimafreundlicheren Energieversorgung noch tatkräftiger zu begleiten als bisher. Zudem zeigt dieses Engagement beispielhaft, wie Munich Re unternehmerische Interessen, nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung in Einklang bringt.
Besonderen Einsatz zeigte die DESERTEC Foundation – der NGO-Gesellschafter in der Dii GmbH ‒ im November 2010 mit der Gründung des DESERTEC-Hochschulnetzwerks („DESERTEC University Network – DUN“), an dem derzeit 18 Universitäten aus sechs nordafrikanischen Ländern sowie europäische Universitäten beteiligt sind. Ziel der Forschungskooperation ist es, vor Ort in Nordafrika und dem Mittleren Osten die Ausbildung in erneuerbaren Energien-Technologien zu fördern und damit der jungen Generation Arbeitsplatz- und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bereitzustellen. Darüber hinaus soll aus diesem Netzwerk langfristig eine globale Plattform entstehen, um ein solches Projekt auch in anderen Regionen der Welt umsetzen zu können. Munich Re ist als Partner der DESERTEC Foundation maßgeblich am Netzwerk beteiligt und wirbt bei den Anrainerstaaten damit auch für Offenheit gegenüber neuen Technologien.