Risikomanagement – das Leitsystem der Unternehmenssteuerung

Ein wirksames Risikomanagement erhält die Finanzstärke von Munich Re, sichert die Ansprüche unserer Kunden, schafft für unsere Aktionäre nachhaltig Wert und schützt unsere Reputation.

Die Übernahme von Risiken ist unser Geschäft; die Risikostrategie legt das Ausmaß der eingegangenen Risiken für unsere Kunden und Aktionäre fest. Die operative Umsetzung des Risikomanagements umfasst die Identifikation, Messung, Analyse und Bewertung von Risiken und daraus abgeleitet die Risikoberichterstattung, -limitierung und -überwachung. Wir unterscheiden hier zwischen Markt-, Kredit-, Liquiditäts- und Reputationsrisiko sowie operationellem und strategischem Risiko.

Wirksamkeit durch transparente Steuerung

Um ein wirksames Risikomanagement zu gewährleisten, hat Munich Re besondere Funktionen und Gremien eingerichtet. Die Funktion Integrated Risk Management (IRM) verantwortet das gruppenweite Risikomanagement. Ihm steht der Group Chief Risk Officer (Group CRO) vor. Unterstützt wird dieser – ebenso wie die dezentralen CROs einzelner Gesellschaften – von interdisziplinären Teams hoch qualifizierter Mitarbeiter. Zusätzlich sind alle risikorelevanten Bereiche der Gruppe verpflichtet, aktiv Risikomanagement im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu gewährleisten.

So ist gesichert, dass unser Risikomanagement alle Gesellschaften und das gesamte Gefahrenpotenzial der Gruppe umfasst. Dies schafft Klarheit und ermöglicht es, die eingegangenen Risiken aktiv zu steuern.

Der Chief Risk Officer ist ständiges Mitglied im Konzernausschuss, dem Gremium für strategische Belange des Vorstands. Risikothemen der Gesamtgruppe behandelt das Group Risk Committee.

Festlegung der Risikostrategie

Die Entwicklung der Risikostrategie ist in den Jahresplanungszyklus und damit in die Geschäftsstrategie eingebettet. Sie wird vom Vorstand verabschiedet und regelmäßig mit dem Aufsichtsrat erörtert. Die Interessen unserer Kunden und Aktionäre sind darin berücksichtigt. Wir sind bestrebt, unsere Finanzstärke zur Sicherung der Ansprüche unserer Kunden zu erhalten. Auch heißt es für uns, das Aktionärsvermögen nachhaltig zu schützen und zu mehren. Darüber hinaus gilt unsere ganze Aufmerksamkeit auch dem Schutz unserer Reputation.

Die Risikostrategie wird bestimmt durch festgelegte Risikotoleranzen für eine Reihe von Risikokriterien. Diese Toleranzen orientieren sich an der Kapital- und Liquiditätsausstattung sowie an unserem angestrebten Ertrag innerhalb bestimmter Volatilitätsgrenzen und sind eine Vorgabe für die Geschäftsbereiche der Gruppe.

Fachübergreifender Ansatz bei Emerging Risks

Besonderes Augenmerk legen wir zudem auf sogenannte Emerging Risks, also Risiken, die entstehen, weil sich die ökonomischen, rechtlichen, soziopolitischen oder naturwissenschaftlich-technischen Rahmenbedingungen ändern. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken ist zwangsläufig schwer einzuschätzen. Für sie wenden wir einen fachübergreifenden Ansatz an, der das Wissen und die Erfahrung unserer Spezialisten wie etwa der Geowissenschaftler, Ingenieure, Biologen, Underwriting-Experten, Juristen, Ökonomen, Soziologen und Aktuare nutzt. Themen wie etwa Nanotechnologie, Pandemien, IT-Risiken werden regelmäßig detailliert analysiert und für das Kerngeschäft bewertet.

Joachim Oechslin

„Risikomanagement besteht nicht nur aus quantitativen Methoden, sondern hat auch eine Menge mit Erfahrung und "gesundem Menschenverstand" zu tun. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil unserer Risikokultur, dem Fundament unseres Enterprise Risk Management.“

Joachim Oechslin, Group Chief Risk Officer

Reputational Risk Committee berät bei sensiblen Geschäftsentscheidungen

Wir wissen: Die Reputation eines Unternehmens ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Das gilt insbesondere für die Versicherungsbranche. Das Reputational Risk Committee (RRC) befasst sich systematisch mit den Reputationsrisiken, die im täglichen Geschäft auftreten können. Dieses Gremium setzt sich aus Vertretern verschiedener Zentral- und Geschäftsbereiche zusammen und wird vom Compliance Officer geleitet. Alle Beteiligten hinterfragen regelmäßig und (in besonderen Fällen) auf Anfrage die ethische Vertretbarkeit von Geschäften. So verhindern sie, dass operative Entscheidungen unvorhersehbare Reputationsrisiken nach sich ziehen. Bei akutem Handlungsbedarf geben sie spätestens 48 Stunden nach Eingang einer Anfrage eine klare Handlungsempfehlung.